Montag, 8. Dezember 2014

Straßenhunde aus dem Ausland

Hallo liebe Leser,


in der letzten Zeit bin ich doch ab und an ein wenig nachdenklich.
Wie viele von euch wissen haben wir unsere Hündin Noa vor etwas über einem Monat bei uns aufgenommen und hatten anfänglich enorme Probleme mit ihr.
Ich persönlich hätte niemals gedacht das sie schon jetzt die Bindung zwischen Mensch und Hund versteht denn sie hat zuvor 5 Monate lang, zusammen mit ihrer Schwester, bei einer Pflegestelle im Flur gelebt und dort durch die Angst und Isolation angefangen zu beisen.

In besonders schönen und gewohnten Momenten lasse ich meine Hündin heute sogar schon ohne Leine laufen.... Wer hätte das gedacht?
Und als lieb über meinen Arm, die Stellen leckte wo sie mich am ersten Tag nach der Ankunft gebissen hatte entschied ich das dieser Hund sein Rudel an unserer Seite gefunden hatte!

Ich weiß nichts über ihre Vorgeschichte und auch wenn ich am Anfang so besessen darauf war und keine Informationen von der vermeindlichen Organisation erhielt, bin ich jetzt doch eher froh darüber.
Denn es kommt nur noch selten vor das ich den leeren Blick in ihren Augen sehen muss der mir die Wut und den Hass über alle Personen die sie bis hierher gar nicht oder nur halb um sie bemüht haben.


Aber was halte ich überhaupt von Hunden aus dem Ausland?

Vertrauensvoll möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten das ich NIEMALS einen Hund hätte über eine Organisation oder einen privaten Tierschützer/liebhaber hierher nach Deutschland bringen lassen, nur weil er mir leid tut oder ich die Lage in dem Land verbessern möchte.
Durchaus ist mir klar das an den Tieren Geld verdient wird. Auf Umwegen werden illegale Wege umgangen um die Tiere legal leiden zu lassen und sie zu einem verkäuflichen Objekt zu machen.

Auch ist unser Fall der beste Beweis dafür das viele Organisation eine Menge Geld sammeln, allerdings in ihrem Land fast gar nicht ausgerüstet sind oder überhaupt etwas für die Tiere machen außer sie unkontroliert an private Stellen hier in Deutschland zu vermitteln.
Wir haben keine Informationen bekommen wann und wie unsere Hündin nach Deutschland kam, weswegen sie nicht kastriert ist, weswegen die Chipnummer nur eingeschrieben nicht geklebt ist und der Chip nicht gefunden wurde als wir sie sedieren liesen.
Man konnte uns nicht sagen wieso sie überhaupt nach Deutschland gebracht wurde denn die Pflegestelle wollte eigentlich nur die schön gestromerte Schwester aufnehmen und lies sich am Übergabeort davon überzeugen das man zwei Traumahunde viel leichter handhaben kann....
Fehlanzeige.
Wie wir mittlerweile feststellen konnten ist Noa die Angsthündin und Marie, ihre Schwester, hat sich das Verhalten in der Pflegestelle nur abgeschaut, denn sie überwand sofort ihre Ängste als sie an einen idealen Ort kam.
Noa traute hier sehr lange dem Frieden nicht, da sie sicherlich schon viele Male gefangen und herum gereicht wurde.

In den meisten Fällen ist es doch auch so das die Tiere nur auf einem Foto entdeckt und die waagen Beschreibungen nur überflogen werden.
Liebe auf den ersten Blick? Nein Liebe auf den ersten Klick... Aber das nützt doch den Hunden nichts.

Wie oft habe ich Hunde betreut die hier in Deutschland schon den 3-5 Besitzer hatten weil sie verhaltensauffällig waren? Natürlich hat ein Hund der nach wenigen Monaten schon zum dritten Mal umziehen muss ein Problem damit wenn sein Besitzer auch nur eine halbe Stunde aus dem Haus ist.
Wieso sollte der Hund das auch gutheißen? In seinem Straßenhundrudel musste er, außer es war Hundefängerrazia oder ein Tier verstarb, nie von der Seite seines Rudels weischen.
Die meisten Menschen haben aber keine Zeit sich um die Erziehung ihrer vierbeinigen Kinder zu kümmern und überlassen das überteuerten Hundetrainern, die sich nicht jeder leisten kann und wo viele sehr fragliche Methoden der Erziehung anwenden.
Der andere Teil der sich diesen Umstand nicht leisten kann reicht die Tiere entweder weiter oder lässt sie einfach so wie sie sind.
"Es ist eben ein Auslandshund, das er wegläuft muss man akzeptieren.", ist die liebste Ausrede.

Und wo haben es die Tiere jetzt besser? Wieso bin ich da jetzt ein besserer Mensch nur weil er nicht mehr auf der Straße hungern muss? Sie werden hier so liebend gern "Problemhund" geschimpft weil sie hier in Deutschland nicht richtig sozialisiert wurden und dadurch Aggressionen oder andere Verhaltensauffälligkeiten entwickelten.

Aber das Problem sind auch hier in Deutschland, wie auch in Rumänien, Ägypten, Mallorca oder sonst wo, die unaufgeklärten Hundehalter!


Aber die Welpen haben es doch verdient?!

Das sehe ich nicht so. Gerade mit den Welpen, welche ja gerade vermieden werden sollte, machen vermeindliche Organisationen und auch die Hundefänger in den Ländern gerade das meiste Geld!
Die niedlichen kleinen Nasen, die sonst zusammen mit den Geschwistern und der Mutter sterben müssten oder die bereits ihre Familie verloren haben können einem aber auch das Herz zereisen nicht wahr? Da zahlt man doch gern gut 300 Euro für Kastration, Chip, Einreise und den guten Zweck.
Die meisten Tierärzte dort vor Ort areiten mittlerweile in Kooperation und somit muss ein sehr geringer Teil bezahlt werden. Umso mehr Geld geht eher dafür drauf Hunde aus der Tötung zu kaufen, welche kaum vermittelbar sind, um den guten Zweck noch zu untermauern!
Und ja es geht eine Menge Geld in die eigene Tasche. Wie kann sonst ein angeblich privater Mensch am Tag mehrere Hunde fangen, täglich bei Tierärzten present sein oder Transporte anleiten wenn er sein Geld im Büro nebenan verdient?

Ich bin mittlerweile der Überzeugung das die Tiere absichtlich ausgesetzt werden um genau das zu fördern.
Wahllose Vermehrung um mit den Welpen Handel, in Zusammenarbeit mit Tierfängern (den angeblichen Feinden also), mit dem Decknamen "Tierschutz" zu betreiben.

Ja ein Welpe von 3 Monaten mag sich tatsächlich sehr viel besser anpassen als ein 3 jähriger Straßenhund der schon durch die Hölle gehen musste.
Dennoch muss man bedenken das die Tiere krank sein können. Auch wenn sie alle Impfungen haben ist es nicht auzuschließen das sie organische Beschwerden haben oder gar genetische Verhaltensmuster im Alter entwickeln, da niemand sagen kann was bei den Tieren mitgewirkt hat.
Ich stelle mir in diesem Sinne immer das Schlimmste vor.
Auf einer eingezäunten Wiese, voller unkastrierter Hunde, vermehren sich auch Geschwister und Urgenerationen untereinander weiter. Inzucht ist wird über kurz oder lang immer seine Folgen haben.
Ich habe Tiere gesehen mit fehlenden Krallen, mit krummen Rücken oder falsch verheilten Wunden und eben diese die dauernd Medikamente nehmen müssen weil sie eine Unter- oder Überfunktion oder andere Krankeiten haben.

Ob das Tier nun mit 7 Jahren stirb weil sich der Besitzer den Lebtag lang die Medikation für den Hund nicht leisten konnte oder das Problem nicht erkannt hat oder ob der Hund nun mit 5 Jahren auf der Straße an den gleichen Folgen gestorben wäre, macht in meinen Augen keinen Unterschied.
Zumindestens nicht kravierend, da man die Aussage "So hatte er ein schönes Leben" grundsätzlich damit wiederlegen kann das man nicht weiß ob sich das Tier auf der Straße nicht genauso wohl gefühlt hätte denn Hunde sind nunmal freiheitsliebende Rudeltiere..... Und bis zu dem Tag als er sich uns angepasst hat hat er es auch auf der Straße überlebt. Nur wir Menschen mussten zwischendurch den Stress durch das Einfangen und Vermitteln über ihn ergehen lassen ansonsten würde er sich selbst auch niemals dieser Angstsituationen aussetzen!


Alte und Kranke Tiere können doch sich selbst nicht mehr helfen!

Hier muss ich sagen das ich mir unsicher bin.
Würde ich ein verletztes Tier auf der Straße finden würde ich es zum Arzt bringen und wüsste hier in Deutschland würde es ein schönes Zuhause finden.
In anderen Ländern ist das aber anders, da gibt es oftmals nur private Tierheime die meist schon total überfüllt sind, oder eben die Tötungsstationen die nicht besser sind als der quallvolle Tod auf der Straße.

Aber kann ich die Welt verändern?
Ich persönlich bin nicht besonders reich und wüsste das ich es mir, bei einem Urlaub, sicher nicht leisten könnte alle nötigen Behörden zu bestechen um das Tier mit nach Deutschland bringen zu dürfen.
Eventuell würde ich eine private Tierschutzorganisation suchen aber hat man im Urlaub Zeit dazu? Kann man sich immer verständigen und ist als Otto-Normalverbraucher überhaupt in der Lage im richtigen Moment die richtige Person für das Tier auszumachen?
Sicher würde ich hier ein schönes Zuhause für das Tier finden aber noch ein Hund der hier eventuell weitergereicht wird oder in unseren Heimen und Organisationen landet?
Das muss alles nicht sein.

Ich würde das Tier also nur dann retten wenn ich mir sicher bin das ich es rette. Das heißt wenn ich bereits im Namen des Tierschutzes reise und die nötigen Mittel dabei habe um dem Tier vor Ort zu helfen.
Das klingt herzlos aber würde ich einen retten würde ich sie alle retten wollen und das ist einfach nicht möglich wenn man nicht versucht sachlich an dem Problem zu arbeiten und das wirklich sinnvolle vor Ort zu unterstützen.


Abschließende Worte

Ich denke mittlerweile hat sich das ganze Thema der Auslandshunde schon zur Modeerscheinung gemacht. So viele Menschen kommen auf mich zu und wollen für ihren schlecht erzogenen Hund einen Klapps auf die Schulter haben weil sie ihn ja eben schon vor Jahren aus dem Ausland gerettet haben.
Früher nam ich noch an das Pflegestellen geprüft werden und sich auf die Organisation verlassen können aber mittlerweile bekomme ich mit wie unvermittelt gesagt wird "Okay dann holen wir die Tiere zurück ins Ausland wenn sie die Rechnung nicht selber zahlen wollen oder können!"
Bitte was? Und dann werden sie wieder ausgesetzt oder wie? Weiterhin unkastriert und nicht in ein gesichertes Gebiet?

Natürlich gibt es auch ganz viele, wirkliche Tierschützer in den Ländern.
Tierliebe Personen die Kastrationen bezahlen oder durchführen, Menschen die die Tiere in kleinen Gruppen aufnehmen und versuchen die Bevölkerung von dem Nutzen der Hunde zu überzeugen und den Gefahren die durch die Massenvermehrung entstehen können.
Leute die kleine Tierheime führen und die Tiere nur dann vermitteln wenn sie in dem Land oder bei einer geprüften Person ein geeignetes Zuhause finden.

Aber schon das wahllose Einsammeln und die Kooperation mit staatlichen Tierheimen ist in meinen Augen Unsinn. Was bringt es denn wenn die Tiere von einem Tierheim zum nächsten wandern und dann hier in Deutschland auch nicht ankommen? Was bringt es dem nicht vermittelbaren Tieren dann dort im Zwinger zu sitzen auch wenn sie genug zu fressen haben?
Hundefänger machen keinen Halt und klauen sogar diese Tiere immer und immer wieder.
Und dann kommt ein Hund der seit Jahren hin und her geklaut und ab und zu wieder abgehauen ist nach Deutschland und soll sich doch bitte anpassen.

Alle wollen das Richtige machen, arbeiten aber in meinen Augen nicht richtig zusammen sondern schieben sich gegenseitig nur die Verantwortung in die Schuhe in der Hoffnung die Hunde haben "vielleicht" mehr Glück.
Aber dann kann man es lassen und hoffen das die Natur ihren Dienst tut und die Hunde mit einer Krankheit dahin rottet, was für sie durchaus natürlicher wäre als aller paar Wochen unter anderen Umständen zu leben.


Wir Menschen wissen genau das wir dieses Problem verursacht haben.
Auf der einen Seite wird es ausgenutzt auf der anderen Seite versucht man aus Scharm das Problem zu beheben aber grundsätzlich sind die Hunde nur die Deckung für eben diese Gefühle der Menschen.


Auch wenn ich meine Noa liebe stimmt mich das nicht um.
Es stimmt mich nachdenklich, weswegen wir Menschen überhaupt erst so maßlos werden aber keineswegs würde ich wegen ihr jetzt sagen:
"Auslandshunde sind die treusten und danken es einem am meisten!" oder "Sie haben es auf jeden Fall am meisten verdient!".

Der Weg ist das Ziel, sollte mir auf meinem Wege also wieder ein Tier begegnen welches Hilfe braucht dann helfe ich, egal aus welchen Umständen es stammt, ich so wie ich es kann!

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Im Namen meiner Nasen und mir danke ich für dieses Kommentar!